Donnerstag, 14. Oktober 2021

Unterwegs

So etwa ein Jahr nach dem chaotisch und zusammenhanglos wirkenden „Naked Lunch“ von Burroughs (siehe Tagebucheintrag vom 12.09.2020 auf www.literatur-chemnitz.de) gönnte ich mir mit „Unterwegs“ (Originaltitel „On the road“) von Jack Kerouac ein weiteres Buch eines Beatniks, eines Prägers und Vorgängers und vielleicht sogar Erfinders der Popliteratur.
GÖNNEN ist in dem und auch im Lunch- Fall das Bezahlen von gebrauchten Büchern, die den Preis von Neuware mit ähnlicher Seitenzahl stark übersteigen, weil sie aus irgendwelchen Gründen rarer, wertvoller und ausgefallener sind als zum Beispiel Bücher von Nobelpreis- und Klassikerliteraten, die immer wieder neu aufgelegt werden.
Kult hätte ich auch noch meinem Gönnen unterjubeln können, aber dann wäre der Spielraum für Kritik deutlich geringer gewesen, dann hätte ich das Buch aber so kultig finden müssen, wie ich „Naked Lunch“ (auch) nicht kultig fand.

Mittwoch, 15. September 2021

Begegnung im Tunnel

Meine einspurige Kawummkatakombe, die Bahnsteigunterführung, schluckte mich dieser Tage, als ich gerade wohlgelaunt unterwegs war und demokratieunverträgliche Sticker von Laternenpfählen, Bauzaunpfosten, Geländern und Handläufen jedweder Couleur entfernte.
Es war warm, der Schweiß malte dunkle Kreise unter die Achseln, das Basecap tropfte und vor mir stand plötzlich eine Rentnerin und studierte zwei Aufkleber an der Fliesenwand.
Einmal blau, einmal grün.