Donnerstag, 19. Dezember 2019

Schnäppchen machen

Mein Name ist Olaf, ich gehe jeden Tag einer geregelten Arbeit nach.
Heute früh (kurz nachdem ich geträumt hatte, dass ich Hobbys wie Tischtennis spielen habe und außerdem auch gern aus dem Küchenfenster schauen tue) ging ich mit meinen einssiebenundsiebzig in der Länge und zweiundachtzig in der Schwere in den Park, um Blumen anzugucken.
Ich habe frei.
Zwischen den Blumen und in der Mülltonne drin, die steht neben den Bänken für Sitzende und Drumrumstehende, finde ich wieder einen Haufen Flaschen, die durchweg Einweg sind.
Zufällig habe ich zwei Beutel dabei, die sie willig aufnehmen.
Jede Menge Stiefmütterchen und verwelkte Narzissen, auch einzelne Tulpen mit hängenden Köpfen, stehen in den Rabatten.
Zweifünfzig bringen mir die Flaschen, ich hab`s mal kurz überschlagen.
Gottseidank habe ich frei, sonst hätte ich die zweifünfzig nicht erbeutet und würde sie dann nicht der Carmen bringen können, die mir dafür einen Bon gibt, den ich an der Kasse einlösen kann.
Oder ich nehme halt was aus dem Rabattregal, irgendwas Gesenktes, zweite Wahl, kaputte Verpackung, abgelaufen im Datum bei Speisen.
Kann mich ja da mal durchwühlen, mal gucken, was die so haben. Aber schön mit der Ruhe.
Ich habe ja frei.
Fremde Pfandflaschenannehmerin: „Na, dann lass mal sehen, was du uns angeschleppt bringst.“
Wo ist denn Carmen?“
Die hat heute frei.“
Ich nehme die leeren Beutel zurück und den Pfandbon.
Sind aber ganz schön dreckig deine Flaschen, normalerweise nehmen wir so was nicht.“
Bei Carmen...“
Bei Carmen...bei Carmen. Carmen is` heute nicht.“
Also bei Carmen...“
Nun zieh schon Leine. Deine Hose ist übrigens auch dreckig und Haare waschen wär` auch mal wieder nötig.“
He, ich komm von Arbeit, da fällt ne Menge Dreck an. Davon haste keine Ahnung, blöde Kuh!“
Da sag mir doch einer...lass dich bloß nicht wieder hier sehen, Mensch!“
Nun ist mir die Lust auf Schnäppchen machen vergangen.

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