Sonntag, 15. März 2020

Dystopie Corona

Ein Besorgter übersendet mir zur Einsichtnahme den Audiofilemonolog eines Eiferers zur aktuellen Lage.
Ich höre breiten Dresdner Dialekt.
Ich höre: Gezüchteter Virus zur bakteriellen Kriegsführung aus den Achtzigern.
Ich höre: Gezüchteter Virus als Partner des AIDS- Virus.
Ich höre: Gezüchteter Virus funktioniert als Immunschwächer.
Ich höre: Immunschwäche und 5G- Netz ist kreuzgefährlich.
Ich höre: China und das 5G- Netz.
Ich höre: USA und China.
Ich höre: Deutschland.

Ich höre: Was uns in Deutschland mit der Virushysterie unterschlagen werden soll.
Ich höre auf was ich vom ersten Wort an wartete: Migrantenteufel.
Ich höre: Die Kirche kaufte über fünfundzwanzig Schiffe und transportiert derzeit bei Nacht und Nebel abertausende dieser Dämonen über Slowakien nach Deutschland.
Ich denke: Slowakien ist vermutlich Slowakei.
Ich denke: Wir werden über die Donau beliefert.
Ich denke: Unwahrscheinlich.
Ich denke: Meint er vielleicht Luftschiffe?
Er sagt: Passt auf euch auf! und Glaubt denen nichts!

Ich sitze in einem Luftschiff und lese als Langeweilevertreibung den vierzig Jahre alten Dean Koontz‘ Roman „The Eyes of the darkness“, den mir eine Besorgte zur Einsichtnahme überreicht hat.
Dieser hat zwar wenig mit dem aktuellen Virus zu tun, doch gewiefte Freizeitwhistleblower haben es so zurechtgebogen, dass sich der Autor ab sofort Belletristiknostradamus nennen darf.
Auch wenn ich früher eher Anhänger seines Konkurrenten Stephen King war, gönne ich Koontz den überraschenden Erfolg und eine entsprechend große Neuauflage.


(SciFiFunFact: „Die Rückkehr der Regressiven“ aus meiner Bückware- Reihe basiert auf der Novelle „Midnight“ von Dean Koontz)

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